Hört sich doch äußert blumig an das Ganze. Europa als Idee, als Vision, als Friedensunion, die ihren Bürgern Wohlstand, Frieden und gesellschaftlichen Fortschritt sichern soll. Doch die Realität sieht leider anders aus. Ganz anders.
Der Grund, warum die Menschen so wenig vertrauen in „ihre“ Union des Friedens und des Fortschritts haben liegt nicht zuletzt darin, dass viele Menschen der Ansicht sind, dass nicht die Völker in Europa herrschen, sondern Lobbyisten und Politiker. Und sind diese Ansichten tatsächlich so abwegig?
In Serbien jubelten die Menschen angesichts der Botschaft aus Brüssel: Serbien ist nun offiziell Beitrittskandidat. In Zeiten der Wirtschaftskrise verspricht es den Serben vor allem eins: Ein Gewinn an Vertrauen der Investoren in Serbiens Wirtschaft. Es ist auf der einen Seite verständlich, dass sich die Menschen angesichts der Krise nach Sicherheit sehnen, doch auf der anderen Seite.. entspricht dies wirklich dem europäischem Geist, der europäischen Idee? Ein Gütesiegel für ausländische Investoren? Nicht mehr, als so etwas wie der TÜV der Wirtschaft? Ironischerweise hinkt dieser Vergleich nicht einmal sonderlich. Die deutsche Regierung herrscht mit eiserner Hand über Europa, treibt den Sozialabbau in krisengeschüttelten Ländern voran und spielt den Banken direkt in die Hände. Und nicht nur die deutsche Regierung ist es. In dieser Hinsicht besteht schon seit langem ein Konsens innerhalb der EU.
Also sind wir, oder vielmehr unsere Vertreter, gerade dabei die noble Idee eines geeinten Europas in eine pervertierte Form einer Wirtschaftsunion zu verwandeln? Diese Frage stelle ich mir angesichts der neuesten Entwicklungen in letzter Zeit immer häufiger. Die Antwort ist nicht schwer zu finden, sie wurde uns in den letzten Jahren schließlich häppchenweise zugeführt. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich die Menschen über ihre Politiker massenweise erbrechen werden. Ich glaube an ein geeintes Europa, ich glaube an diese wunderbare Idee und deshalb werde ich nicht dabei zusehen, wie diese Idee langsam zugrunde gerichtet wird. Es ist an der Zeit für einen Umbruch zu sorgen, für eine volksherrschaftliche Neugründung der Europäischen Union, eine Union in der sich Europas Menschen zu Hause fühlen, die sie stützen und für die sie eintreten und die sie gegen ihre Feinde verteidigen. Es ist an der Zeit, dass wir endlich auf die Straßen gehen und unser Recht fordern, dass wir das fordern, was uns schon in der Geburtsstunde der Europäischen Union versprochen und bis heute vorenthalten wurde.
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